Ursula Meseberg

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objectiF® Requirements Modeller: Ziele als Basis für die Ermittlung von Anforderungen

Written by Ursula Meseberg on 9/27/2011 8:10:00 AM

Teil 3: Ziele finden, modellieren und dokumentieren

Auf dem Streifzug durch den objectiF Requirements Modeller – das neue Werkzeug, das wir gerade fertigstellen – war ich im Teil 2 bei den Stakeholdern für ein geplantes System angekommen. Ich habe Ihnen gezeigt, wie Sie Ihre Erkenntnisse über Stakeholder mit dem Werkzeug festhalten. 

Der nächste Schritt auf dem Weg zu den Anforderungen an ein neues System heißt: Ziele (Goals) ermitteln. Denn die Ziele – gerade die der Stakeholder – sind eine gute Ausgangsbasis für die Ermittlung von Anforderungen. Sie kennen sicher den Satz, der Mark Twain zugeschrieben wird: „Wer nicht weiß, wo er hin will, wird sich wundern, dass er ganz woanders ankommt.“ Damit Sie dafür sorgen können, dass sich kein Stakeholder mehr wundert, enthält der objectiF Requirements Modeller Funktionen, mit denen Sie:

  • Ziele einheitlich dokumentieren und den Stakeholdern zuordnen, 
  • grafische Zielmodelle entwickeln, die Ihnen helfen, Ziele zu verfeinern, ihre Beziehungen zu analysieren und Zielkonflikte aufzulösen.

Um die Tool-Unterstützung für den Schritt „Ziele ermitteln“ geht es heute

Und so sieht der zielorientierte Einstieg ins Requirements Engineering mit dem neuen Werkzeug aus …

Was ist das überhaupt – ein „Ziel“?

Stakeholder verfolgen Absichten. Und sie versprechen sich von einem geplanten (oder einem vorhandenen, weiterzuentwickelnden) System, dass es dabei hilft, diese Absichten zu erfüllen. Damit dies gelingt, muss das System aus Sicht eines Stakeholders ganz spezielle Merkmale besitzen. Die Beschreibung eines solchen Merkmals vor dem Hintergrund der Intentionen eines Stakeholders bezeichnen wir als Ziel.

Klaus Pohl hat es in seinem Buch Requirements Engineering – Grundlagen Prinzipien, Techniken kurz, knapp und kantig so formuliert: Ein Ziel ist die intentionale Beschreibung eines charakteristischen Merkmals des zu entwickelnden Systems bzw. des zugehörigen Entwicklungsprozesses. 

Wie hält man Ziele fest?

Neben der Analyse und der Bewertung der Ist-Situation ist die Befragung der Stakeholder eine der wichtigsten Quellen für Ziele. Allerdings liefert eine Fragerunde oft Ziele auf ganz unterschiedlichem Abstraktionsniveau: Da werden manchmal – in einem Atemzug – Visionen („Marktbeherrschende Position für Sensortechnik erreichen“), strategische Absichten („Ausschussrate in der Produktion um 45 % senken“) und detaillierte technische Merkmale („Signal alle 1,5 Sekunden abfragen“) genannt. Der objectiF Requirements Modeller hilft Ihnen, alle Aussagen in einheitlicher Form festzuhalten, einzuordnen und zu strukturieren:

Mit dem Werkzeug beschreiben Sie Ziele anhand von definierten Merkmalen. Dazu gehören – neben dem Namen und einer textlichen Beschreibung – folgende Angaben:

  • die primäre Quelle, aus der das Ziel stammt,
  • die Liste aller Stakeholder, für die das Ziel von Bedeutung ist,
  • die Priorität, die Sie dem Ziel aufgrund Ihrer Analyse einräumen, 
  • die Kritikalität, d. h. die Bedeutung, die das Ziel für den Erfolg des Systems hat,
  • die Auswirkungen (Effekte), die das Erreichen/Nicht-Erreichen des Ziels auf die Stakeholder hat.

Ob mit Text, Tabellen, Grafiken oder Fotos – Sie können Ziele ebenso anschaulich wie strukturiert erfassen

Was sind Zieldiagramme? Wozu sind sie gut?

Leiten sich aus einem Ziel andere Ziele ab? Welche Ziele bedingen einander und welche führen zu Zielkonflikten? Antworten auf diese Fragen finden Sie am besten, wenn Sie die Beziehung zwischen Zielen grafisch modellieren.

Der objectiF Requirements Modeller stellt dafür eine einfache Darstellungstechnik bereit. Sie lehnt sich an die Notation an, die unter anderem bei Axel van Lamsweerde in seinem Standardwerk Requirements Engineering, From System Goals to UML Models to Software Specification zu finden ist. Unsere Variante ist ein bisschen „eckiger“.

Formal sind die Zieldiagramme Und-/Oder Graphen. Das heißt, Sie können darin Und-Zerlegungen und Oder-Zerlegungen von Zielen abbilden:

  • Bei einer Und-Zerlegung wird ein Ziel in Teilziele verfeinert, die alle erfüllt sein müssen, um das Ziel zu erfüllen. Und-Zerlegungen erkennen Sie im Zieldiagramm an durchgezogenen Linien.
  • Bei einer Oder-Zerlegung wird ein Ziel ebenfalls in Teilziele zerlegt, von denen aber nur eines erfüllt sein muss, um das Ziel zu erfüllen. Oder-Zerlegungen werden durch unterbrochene Linien dargestellt.

Zwischen konkurrierenden Zielen können Sie Konflikt-Beziehungen ins Diagramm eintragen. Sie werden automatisch mit «conflicts» beschriftet. Setzt ein Ziel die Erfüllung eines anderen voraus, machen Sie diesen Zusammenhang durch eine Benötigt-Beziehung kenntlich. Sie erhält die Beschriftung «demands».

Hier sehen Sie die Elemente eines Zieldiagramms am Beispiel: Ziele mit ihren Und-/Oder-Zerlegungen, ihren Benötigt-Beziehungen (demands) und Konflikt-Beziehungen (conflicts)

Wenn Sie Ziele bewerten und Zielkonflikte auflösen wollen, dann brauchen Sie Informationen darüber, welche Ziele welchem Stakeholder besonders „am Herzen liegen“. Um diese Informationen festzuhalten, bieten Ihnen die Zieldiagramme im objectiF Requirements Modeller etwas, was Sie – nach unserer Kenntnis – so nirgendwo finden: Sie können jeden Stakeholder als Symbol in ein Zieldiagramm eintragen, sein „Interesse“ an einem Ziel durch eine Beziehung kenntlich machen und der Beziehung eine Gewichtung mitgeben.

Das sieht dann so aus:

Und wenn es beim Ermitteln der Ziele mal "hakt"?

Wechseln Sie einfach die Sicht, wenn Sie bei den Zielen nicht so recht vorankommen: Beschreiben Sie ein Szenario – und zwar dafür, wie ein Ziel, das Sie schon identifiziert haben, mit dem geplanten System erreicht werden kann. Szenarien helfen,

  • Ziele besser zu verstehen, 
  • Ziele zu verfeinern, 
  • neue Ziele, an die Sie noch nicht gedacht haben, zu finden. 

Wechselwirkungen zwischen Zielen und Szenarien 

Zur Entwicklung von Szenarien beim nächsten Mal mehr …

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