Art meets Easter Bunny

Ein surrealer Ausflug in eine Kunstgeschichte und eine Hommage an den Osterhasen.

Viele Künstler haben sich in ihren Bildern dem Motiv des Osterhasen genähert. Manche auf individuelle Weise, andere inspiriert durch prägende Maler ihrer Zeit. Einige Werke wurden nie veröffentlicht, andere Bilder kennt jedes Kind und manche Schätze sind gar nur wenigen Kunstkennern ein Begriff.

Keith Haring erregte erstmals öffentliche Aufmerksamkeit mit seinen Kreidezeichnungen in der New Yorker Metro. Die Darstellung des “Radiant Baby” wurde zu seinem Symbol. Das Bild des “Radiant Rabbit” (Hase mit dem Strahlenkranz) entstand ungefähr zur selben Zeit und hätte leicht zu seiner bekanntesten Darstellung werden können.

Radiant Rabbit

Radiant Rabbit

1983 lernte Haring Andrej Warhola alias Andy Warhol kennen.

Anfang der 1950er entwickelte Warhol eine Technik des drop and dripping, bei der er mit Tinte und Tusche gezeichnete Motive von Engeln, Schmetterlingen, Katzen oder Osterhasen mit einem Blatt Löschpapier kopierte und auf ein neues Blatt übertrug. Gemeinsam mit Freunden malte er diese Arbeiten auf “Colouring Parties“ aus. Er suchte neue Ideen und konzentrierte sich hierbei auf triviale Elemente der Popkultur wie Hollywood-Stars oder Cartoon- und Comicfiguren wie Superman und Micky Maus. Seine “Farbigen Hasen” sind der Inbegriff der Pop Art.

Farbige Hasen

Farbige Hasen

Schon bald musste Warhol aber feststellen, dass andere Künsterkollegen wie Robert Rauschenberg oder Roy Lichtenstein ähnliche Motive malten. Als sich Roy Lichtenstein nach expressionistischen und surrealen Versuchen der Pop Art zuwandte, gelang ihm 1961 der Durchbruch mit dem Bild “Look Mickey”. Sein Stil wurde der industrielle Stil des gedruckten Comics, heute leicht zu erkennen an den “gleichmäßigen Farbpunkten”. Doch Lichtenstein war auch ein Meister der Linien, eindrucksvoll zu sehen in seinem Bild “Easter Bunny in the Meadow”.

Easter Bunny in the Meadow

Easter Bunny in the Meadow

Die von Roy Lichtenstein weiterentwickelte Maltechnik “Benday Dots” (benannt nach dem amerikanischen Künstler Benjamin Day) ist heute auch ein Terrain von Damien Hirst. Hirst war 1988 Gründungsmitglied der Londoner Künstlerbewegung Young British Artists und wurde vor allem durch einen in Formaldehyd eingelegten Tigerhai, ein ebenso eingelegtes Schaf, einen mit Diamanten besetzten menschlichen Schädel sowie durch das Werk “Rabbit for the Love of Dots” bekannt.

Rabbit for the Love of Dots

Rabbit for the Love of Dots

Den Farbpunkten von Hirst und den Linien von Lichtenstein setzt der schweizerische Maler und Grafiker Richard Paul Lohse seine konkreten Flächen entgegen. Mit seiner horizontal-vertikalen Gliederung von Farbfeldern schafft er eine strukturelle Ordnung. Diese Ordnung hebt er in seiner Kreation “Da lang Hase” bewusst auf und schafft einen geradezu revolutionären und enthusiastischen Ausbruch von Vorfreude.

Da lang Hase

Da lang Hase

Ein anderer Vertreter der Farbfelder und -flächen, der niederländische Maler Piet Mondrian, geht mit seinem berühmten “Hasen=frei” noch einen wichtigen Schritt weiter. Nicht die Hasen erzeugen einen visuellen Widerstand gegen die Fläche, sondern der Osterhase selbst wird zum Farbträger. Die Silhouette des Hasen formt dabei einen bewussten Kontrast. Unbewiesen ist, ob das heutige Bemalen von Ostereiern im Werk von Mondrian seinen Ursprung hat.

Hasen=Frei

Hasen=Frei

Wassily Kandinsky war ebenfalls bekannt für sein ausgeprägtes Empfinden von Farbe und Form. Er ordnete Farben Bedeutungen zu und versuchte sogar, die Zugehörigkeit bestimmter Farben zu bestimmten Formen wie Kreisen, Dreiecken und Quadraten zu beweisen. Mit zunehmendem Abstraktionsgrad seiner Bilder entwickelte Kandinsky Formen von Improvisationen, bspw. in seinem Werk “Farbklänge mit Hase”.

Farbklänge mit Hase

Farbklänge mit Hase

Im Gegensatz zu den Improvisationen von Kandinsky verwendete Joan Miró Symbole für Mond, Sterne, Vogel, Auge, Frau und Hase. Als Vertreter der Klassischen Moderne gehört Miró mit seinen fantasievollen Motiven zu den populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er schuf mit über 2000 Ölbildern und 3500 Grafiken eine große Anzahl an Werken. “Conejito de Pascua” entstand laut Eintrag in seinem Notizbuch auf Mallorca, als er beim Einschlafen wieder einmal eine Erscheinung an der Decke sah.

Conejito de Pascua

Conejito de Pascua

Ohne dass seine Bilder der Pop Art zugeordnet werden können, gilt Jasper Johns als ein Wegbereiter der Pop Art. Durch den Transfer alltäglicher Motive in die Kunst nimmt Johns die späteren Konzeptionen von Lichtenstein oder Warhol im Ansatz vorweg. So ist es wenig verwunderlich, dass auch Jasper Johns schon früh in verschiedenen Variationen von “Flag” bzw. “Three Flags” andere Elemente wie bspw. Osterhasen integrierte.

Three Flags

Three Flags

Sämtliche Informationen in diesem Beitrag schrammen bestenfalls an einer surrealen Kunstgeschichte entlang. Wer sich über Kunst und die Geschichte seiner Vertreter informieren möchte, sollte dringend andere Quellen bemühen. In der Realität und Gegenwart wünschen wir Ihnen, Ihren Familien und Freunden aber auf jeden Fall schöne und bunte Ostertage.

Viele Grüße und viel Sonnenschein.

 

My name is Michael Schenkel – and I believe in tools, if they are useful. Tools that support users in their work, tools that provide a common working environment for all types of roles in a project.

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