Risikomatrix. Risiken in einem Diagramm visualisieren.

Was ist eine Risikomatrix? Wie wird sie erstellt und welche Vorteile bietet sie?

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Risikomatrix mit Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß

Was ist eine Risikomatrix?

Mit der Risikomatrix (auch als „Risikodiagramm“ bezeichnet) visualisieren Sie Risiken Ihres Projekts in einem Diagramm. Im Diagramm sind die Risiken in Abhängigkeit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen bzw. Schadensausmaße verteilt, sodass Sie die gravierendsten auf einen Blick ermitteln können.

In diesem Sinne ist die Risikomatrix also als Ergebnis der Risikoanalyse und Risikobewertung zu sehen und damit ein wichtiger Bestandteil Ihres Projekt- und Risikomanagements.

Vorteile der Risikomatrix

Mit der Risikomatrix können Sie:

  • die gravierendsten Risiken Ihres Projekts identifizieren.
  • die Risikolage mit wenig Aufwand erstellen und präsentieren (z.B. als Excel-Diagramm).
  • die Risikolage visuell und einfach nachvollziehbar darstellen.
  • die Risikolage für jeden verständlich präsentieren, da keine Vorkenntnisse zum Verständnis notwendig sind.
  • die Effizienz Ihrer Risikomaßnahmen beurteilen.

Risikomatrix kurz und knapp definiert:

Eine Risikomatrix visualisiert Risiken in Abhängigkeit ihrer Schadensausmaße und Eintrittswahrscheinlichkeiten.

Wie erstellen Sie eine Risikomatrix?

Um eine Risikomatrix bzw. ein Risikodiagramm zu erstellen, müssen Sie zuerst die Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße Ihrer Risiken bewerten. Dann tragen Sie die einzelnen Risiken gemäß dieser Werte in ein Koordinatensystem ein.

Hier finden Sie ein Video, wie Sie eine Risikomatrix erstellen >>

Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit

Die Eintrittswahrscheinlichkeit geben Sie in der Regel in fünf Stufen an.  Diese Stufen lassen sich in Prozent, aber auch in semantischen Begriffen ausdrücken. Zum Beispiel:

  • 0-20%, 21-40%, 41-60%, 61-80% und 81-100%
  • unmöglich, unwahrscheinlich, möglich, wahrscheinlich und sehr wahrscheinlich

Die Kriterien, wann ein Risiko in welcher Wahrscheinlichkeitsstufe landet, müssen Sie genau definieren. Wenn Sie quantitative Daten haben, können Sie sich darauf stützen. Auch die Bezugsgröße sollten Sie klar definieren. Zum Beispiel nehmen Sie dafür die erwartete Zeit bis zum Eintritt des Schadens oder die Wahrscheinlichkeit pro Kunde. Häufig empfiehlt sich eine „unmögliche“ Wahrscheinlichkeit als Stufe, um nicht immer wieder während des Projekts dasselbe Risiko zu identifizieren, falls sich z.B. der Prozess ändert.

Bewertung des Schadensausmaßes

Auf die gleiche Weise formulieren Sie das Schadensausmaß in 5 Stufen wie z.B. niedrig, mittel, hoch, sehr hoch und kritisch.

Auch hier müssen Sie natürlich jede Stufe eines Schadensausmaßes genau beschreiben, um Risiken dementsprechend zuzuordnen. Zum Beispiel müssen Sie berücksichtigen, ob ein Ereignis nicht eintreten, zu unerwünschten Ergebnissen führen oder Kurz- bzw. Langzeitfolgen haben kann.

Die Bezugsgröße legen Sie ebenfalls fest (z.B. Euro pro Ereigniseintritt).

Fragen, die Sie zur Bewertung der Risiken beantworten müssen

  • Bewerten Sie quantitativ oder qualitativ?

  • Welche Kriterien beschreiben die Stufen?

  • Welche Stufen soll es geben?

  • Wie sind die Bezugsgrößen?

Darstellung und Beispiel einer Risikomatrix

Wie genau die Risikomatrix bzw. das Risikodiagramm aussieht, ist nicht standardisiert. Durch die 5-stufige Bewertung ergibt sich häufig ein Diagramm, das aus insgesamt 25 Feldern besteht. Die Beschriftungen der x- und y-Achsen der Risikomatrix sind nicht festgelegt. Entweder bestimmen Sie also als y-Achse die Eintrittswahrscheinlichkeit oder das Schadensausmaß.

Wichtig ist immer: Sie brauchen unterschiedliche Farben – meistens grün, gelb und rot – um die Risiken entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Schadensausmaße in der Risikomatrix auszuzeichnen.

Da sich das Risikodiagramm nur zur Visualisierung einer begrenzten Anzahl an Risiken eignet – sonst ginge die Übersicht verloren – könnten Sie bspw. nur ausgewählte Risiken wie Top-Ten-Risiken visualisieren. Hier im Beispiel gehören dazu folgende Risiken, die gemäß ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Schadensausmaßes bewertet wurden:

Risikomatrix: Risiken mit ermittelten Schadensausmaßen und Eintrittswahrscheinlichkeiten

Dann könnte eine sehr einfach gehaltene Risikomatrix bzw. ein Risikodiagramm so aussehen:

Risikomatrix: Beispiel

Die Risikomatrix ist erstellt – Müssen Sie für alle Risiken Maßnahmen ableiten?

Wenn Sie das vorherige Beispiel betrachten, haben Sie genau 3 Farben und jedes Risiko lässt sich in einer Kachel mit einer eindeutigen Farbe platzieren. Diese Darstellung treffen Sie häufiger für eine Risikomatrix an. Was genau bedeuten die Farben?

  • Grün: Bereich, in dem keine weiteren Maßnahmen zur Risikominderung notwendig sind
  • Gelb: Bereich, in dem Risiken so weit wie möglich gemindert werden sollten (auch „ALARP-Bereich“ genannt: As Low As Reasonably Practicable)
  • Rot: Bereich, in dem Risiken in keinem Fall vertretbar sind

Diese Einteilung ist nicht immer sinnvoll, macht aber den Prozess des Risikomanagements transparenter. Finden sich Risiken im roten Bereich, so müssen Sie geeignete Maßnahmen treffen, um sie in die ALARP-Fläche zu bringen. Wenn das nicht möglich ist, dann führen Sie eine Kosten-Nutzen-Analyse für die betroffenen Risiken durch.

Meistens können Sie durch Ihre Maßnahmen nicht das Schadensausmaß eines Risikos mindern – aber die Eintrittswahrscheinlichkeit. Wenn Sie also die Bewertungsstufen für die Eintrittswahrscheinlichkeit Ihrer Risiken und damit Ihres Risikodiagramms festlegen, sollten Sie Folgendes beachten:

Wenn ein Risiko die geringste Eintrittswahrscheinlichkeit, aber das höchste Schadensausmaß aufweist, sollte es mindestens in den gelben Bereich der Risikomatrix landen. Es ist damit also noch vertretbar.

Erstellen Sie eine Risikomatrix für Ihre Projekte

Risikomanagement ist für den erfolgreichen Abschluss eines Projekts zwingend erforderlich. Werden Risiken weder erkannt noch ausreichend bewertet, können Sie keine geeigneten Maßnahmen treffen. Doch nicht nur Sie selbst müssen über die Risiken genauestens informiert sein, sondern auch andere Projektbeteiligte wie z.B. Stakeholder. Wie schaffen Sie einen Überblick über die Risiken? Worauf können Sie sich stützen, um Maßnahmen abzuleiten? Und wie erläutern Sie die Risikolage des Projektes für jeden verständlich? Ganz einfach, indem Sie ein Tool verwenden, mit dem Sie Risiken erfassen, ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße bewerten und als Risikomatrix in einem Excel-Dokument generieren können.

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