Was ist Requirements Management?

Das Requirements Management (RM) ist nach CPRE (Certified Professional for Requirements Engineering, IREB) darauf ausgerichtet, Anforderungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg konsistent, nachvollziehbar und steuerbar zu halten. Zum Requirements Management gehört das systematische Erfassen, Versionieren und Pflegen von Anforderungen. Nach der Definition des IREB ist das Requirements Management eine der vier Hauptaktivitäten des Requirements Engineering.

Requirements Engineering vs. Requirements Management

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden „Requirements Engineering“ (RE) und „Requirements Management“ (RM) oft synonym verwendet. Nach dem führenden Standard des IREB ist dies jedoch unpräzise:

  • Requirements Engineering (Das Ganze): Die Disziplin, die sicherstellt, dass Anforderungen erhoben, dokumentiert, geprüft und verwaltet werden.
  • Requirements Management (Ein Teil): Die „Infrastruktur-Arbeit“ hinter den Inhalten. Requirements Management sorgt dafür, dass Anforderungen auffindbar, änderbar und bis zur Umsetzung rückverfolgbar bleiben.

Man könnte sagen: Das Requirements Engineering sorgt für den Inhalt („Was brauchen wir?“), das Requirements Management sorgt für die Ordnung („Wo steht das und welche Version ist aktuell?“).

Kernaufgaben des Requirements Managements nach CPRE

Requirements Management beginnt nicht erst nach der Spezifikation eines zu entwickelnden Systems, sondern begleitet den Entwicklungsprozess von der ersten Idee an. Zu den Kernaufgaben gehören:

  • Attributierung & Sichtenbildung: Vergabe von Eigenschaften wie Status (z. B. „in Prüfung“, „freigegeben“), Priorität oder Quelle an jede Anforderung, um die Anforderungen für bestimmte Stakeholder filterbar und steuerbar zu machen. (z. B. „Nur sicherheitskritische Anforderungen zeigen“).
  • Traceability (Rückverfolgbarkeit): Herstellung und Verwaltung der Beziehungen zwischen Anforderungen, Testfällen und Architektur-Elementen.
  • Versionierung & Konfigurationsmanagement: Sicherstellung, dass zu jedem Zeitpunkt klar ist, welche Version einer Anforderung aktuell ist und welche Änderungen vorgenommen wurden. Einfrieren bestimmter Stände (Baseline) für Releases oder Meilensteine.
  • Change Management: Ein definierter Prozess, um Änderungswünsche zu bewerten, zu priorisieren und kontrolliert in das System einzusteuern.
  • Reporting & Monitoring: Berichterstattung über den Reifegrad und den Umsetzungsstatus der Anforderungen für das Projektmanagement.
Infografik zur Traceability im Requirements Management: Darstellung einer zentralen Anforderung mit Attributen wie Status und Version sowie deren Verknüpfungen zu Stakeholdern, Geschäftszielen, Testfällen und technischen Systemkomponenten.

Warum ist die Unterscheidung wichtig?

Wer nur „Management“ betreibt, verwaltet perfekt dokumentierte, aber vielleicht inhaltlich falsche, Anforderungen. Wer nur „Engineering“ betreibt, hat brillante Ideen, verliert aber im Projektverlauf den Überblick über Änderungen. Ein erfolgreiches Projekt benötigt beides: Die kreative Entwicklung von Anforderungen (RE) und ihre disziplinierte Verwaltung (RM).

Requirements Management in der Praxis

Viele Teams beherrschen die Entwicklung von Anforderungen gut, scheitern aber am Management. Word-Tabellen und Excel-Listen werden unübersichtlich, die Traceability geht verloren und bei Änderungen ist unklar, welche Architekturelemente betroffen sind.

Damit Sie sich auf die Inhalte konzentrieren können, übernehmen unsere Tools objectiF RM und objectiF RPM die administrative Last des Requirements Managements durch:

  • Lückenlose Historie: Jede Änderung an einer Anforderung wird automatisch protokolliert (Wer, Wann, Was).
  • Automatisierte Traceability: Abhängigkeiten werden in Echtzeitauswertungen und grafisch aufgezeigt. Ändert sich eine Anforderung, sehen Sie sofort (Impact Analysis), welche anderen Anforderungen, Testfälle und Architekturelemente betroffen sind.
  • Baselines auf Knopfdruck: Erstellen Sie unveränderliche Referenzstände (z. B. für Vertragsverhandlungen) und vergleichen Sie diese später mit dem aktuellen Stand.
  • Status-Workflows: Definieren Sie Zustandsübergänge (z. B. In Bearbeitung“ -> In Prüfung“ -> Abgenommen“), die das Tool erzwingt.
  • Zentrale Wahrheit: Statt verteilter Dokumente bietet das Tool einen Single Point of Truth“ für alle Projektbeteiligten.

Damit wird Requirements Management von einer lästigen Pflichtaufgabe zu einem strategischen Erfolgsfaktor.

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Häufige Fragen

Wann beginnt Requirements Management?

RM beginnt zeitgleich mit der ersten Anforderungsermittlung und endet erst, wenn das System außer Betrieb genommen wird.

Ist RM nur für Wasserfall-Projekte wichtig?

Nein. Gerade in agilen Projekten ist ein professionelles RM (z. B. im Backlog Management) entscheidend, um den Überblick über die Evolution des zu entwickelnden Systems oder Produkts zu behalten.

Was ist eine Baseline im Requirements Management?

Eine Baseline ist ein Schnappschuss einer Menge von Entwicklungsergebnissen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie dient als stabiler Bezugspunkt für die weitere Entwicklung und darf oft nur über ein formales Änderungsverfahren (Change Request) modifiziert werden.

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