Was ist Qualitätsmanagement?

Qualitätsmanagement (QM) ist die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Planung, Steuerung und Verbesserung von Prozessen und Produkten, um definierte Anforderungen zu erfüllen. Im Kern geht es darum, Qualität nicht „herbeizutesten“, sondern durch präventive Methoden (wie Reviews und Inspektionen) und optimierte Arbeitsabläufe systematisch zu erzeugen.

Die zwei Säulen: Qualitätssicherung & Qualitätsprüfung

Qualitätsmanagement   mit PDCA-Zyklus und ISO 9001 als strategisches Dach der Qualitätssicherung, die sich auf präventive Prozesse und Reviews konzentriert. Darin enthalten die Qualitätsprüfung.

Um QM zu verstehen, muss man zwischen zwei Begriffen unterscheiden:

1. Qualitätssicherung (Quality Assurance – QA):

Proaktiv und prozessorientiert. Ziel ist es, die Entstehung von Fehlern zu verhindern (z.B. durch Schulungen, Standards, Reviews).

2. Qualitätsprüfung (Quality Control – QC):

Reaktiv und produktorientiert. Ziel ist es, vorhandene Fehler zu finden (z.B. durch Softwaretests).

Ein effektives QM verbindet beide Ansätze: „Do the right things“ (QA) und „Do the things right“ (QC).Es folgt dabei dem Plan-Do-Check-Act-Zyklus (PDCA), um Prozesse kontinuierlich zu optimieren.

Präventive Methoden: Reviews und Inspektionen

Bevor ein einziger Testfall ausgeführt wird, setzt das QM bei den Dokumenten an. Statische Prüftechniken sind die effizienteste Form der Qualitätssicherung:

  • Review: Ein fachlicher Austausch über Dokumente (Anforderungen, Lastenheft, Architektur), um Unstimmigkeiten früh zu klären.
  • Inspektion: Die formalste Form des Reviews mit festen Rollen (Moderator, Protokollant). Dabei wird das Dokument nach Checklisten tiefengeprüft. Hier wird oft das Vier-Augen-Prinzip als präventive Kontrollmaßnahme angewendet, bei der kritische Entscheidungen, Dokumente oder Prozesse von einer zweiten, unabhängigen Person überprüft werden müssen.

Studien zeigen: Ein Fehler, der im Review einer Anforderung gefunden wird, kostet nur einen Bruchteil dessen, was seine Behebung nach der Programmierung kosten würde.

Liniendiagramm zur Darstellung der Kosten von Fehlerbehebungen in der Softwareentwicklung

Wenn Qualitätsmanagement zur Bürokratie verkommt

In vielen Unternehmen existiert das Qualitätsmanagement nur auf dem Papier (oder in endlosen Excel-Listen). Die Realität sieht oft so aus: Anforderungen stehen in Word, Risiken in Excel und Testergebnisse in einem Dritt-System.

  • Die Nachweis-Lücke: Wenn sich eine Anforderung ändert, weiß niemand sicher, ob das Review-Dokument aktualisiert und angepasst wurde.
  • Der Audit-Stress: Kurz vor einer Zertifizierung (z. B. ISO 9001) müssen Mitarbeiter tagelang Dokumente zusammensuchen und manuell konsolidieren, um nachzuweisen, wer wann was geändert und geprüft hat.
  • Fehlende Verbindlichkeit: Reviews finden per E-Mail statt („Sieht gut aus“), ohne dass dieser Status revisionssicher am Dokument hängt.

Qualitätsmanagement als lebender Prozess

Ein QM-System ist nur so gut wie seine Integration in den Arbeitsalltag. objectiF RPM beendet die Trennung von QM und Dokumentation. Qualität entsteht hier nicht nachträglich, sondern „on the fly“:

  • Gelebte Review-Workflows: Definieren Sie für Anforderungen, Use Cases, Dokumente oder ganze Elementgruppen einen festen zustandsgesteuerten Prüfprozess. Fordern Sie Stakeholder mit einem Klick online zum Review auf. Für die Durchführung reicht ein Web-Browser – ein echter Gewinn für verteilte Teams. Ein Review gilt als erfolgreich abgeschlossen, wenn alle Reviewer den Prüfgegenstand „akzeptieren“.
  • Maschineller Nachweis: Was wurde wann mit welchem Ergebnis geprüft? objectiF RPM liefert Ihnen eine Liste z.B. aller Anforderungen mit den zugehörigen Reviews und ihren aktuellen Zuständen.
  • Audit-Sicherheit: Dank der lückenlosen Versionierung/Historisierung können Sie jedem Audit gelassen entgegensehen.
Wissen online: objectiF RPM und objectiF RM

Audit-Sicherheit ohne Dokumentenchaos

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Häufige Fragen

Warum reicht Testen allein nicht aus?

Testen findet Fehler erst, wenn sie bereits eingebaut sind. QM (durch Reviews) verhindert, dass Fehler überhaupt erst in den Code gelangen. Das spart Zeit und Budget.

Ist QM in agilen Projekten (Scrum) nötig?

Unbedingt. In Scrum übernehmen Praktiken wie die „Definition of Done“ (DoD) oder das Sprint Review wichtige Funktionen des Qualitätsmanagements.

Welche Rolle spielt das Risikomanagement im QM?

Eine zentrale Rolle. Da man nie alles zu 100 % testen kann, hilft das risikobasierte Qualitätsmanagement, Prioritäten zu setzen. Kritische Funktionen (z. B. Bremssteuerung) erhalten mehr Reviews und Tests als unkritische (z. B. Farbe der GUI). Methoden wie die FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) sind hier Standard.

Was bedeutet Total Quality Management (TQM)?

TQM ist eine Philosophie, die besagt, dass Qualität nicht nur die Aufgabe einer Abteilung (QS) ist, sondern jedes Mitarbeitenden – vom Pförtner:in bis zum CEO. Ziel ist die stetige Verbesserung aller Prozesse im Unternehmen, um maximale Kundenzufriedenheit zu erreichen.

Was ist der Unterschied zwischen Verifizierung und Validierung?

Das ist die „Gretchenfrage“ im QM:

Verifizierung fragt: „Bauen wir das Produkt richtig?“ (Erfüllt es die Spezifikationen/Anforderungen?).

Validierung fragt: „Bauen wir das richtige Produkt?“ (Löst es das Problem des Kunden im echten Einsatz?). Ein Produkt kann perfekt verifiziert (fehlerfrei nach Plan), aber nicht valide (nutzlos für den Anwender) sein.

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