Was ist eine RACI-Matrix?

Eine RACI-Matrix ist eine Methode zur Analyse und Darstellung von Verantwortlichkeiten in Projekten. Die Abkürzung RACI steht für die vier Rollen Responsible (Durchführungsverantwortung), Accountable (Rechenschaftspflicht), Consulted (Beratung) und Informed (Informationspflicht). Die Matrix dient dazu, Unklarheiten bei Zuständigkeiten zu beseitigen und sicherzustellen, dass jede Aufgabe im Projekt einen eindeutigen „Eigner“ hat, um Doppelarbeit zu vermeiden.

„Macht ist Pflicht – Freiheit ist Verantwortlichkeit“

Marie von Ebner-Eschenbach

Die vier RACI-Rollen im Detail

Jedes Arbeitspaket wird in der Matrix genau einer Verantwortungsstufe zugeordnet:

R von Was ist RACI

Responsible (R)

Die Person, die die Aufgabe operativ umsetzt („Macher“).

A von Was ist RACI

Accountable (A)

Die Person, die die letztendliche Verantwortung trägt.
Wichtig: Im Englischen steckt hier das Wort Account (Rechnung) – diese Person muss für das Ergebnis „geradestehen“ oder „die Rechnung begleichen“. Es darf pro Aufgabe nur ein „A“ geben.

C von Was ist RACI

Consulted (C)

Fachleute, die vor einer Entscheidung gehört werden (Zwei-Wege-Kommunikation).

I von Was ist RACI

Informed (I)

Personen, die über Entscheidungen informiert werden (Ein-Weg-Kommunikation).

Darstellung einer RACI-Zuständigkeitsmatrix in Tabellenform. In der vertikalen Achse sind Projektaktivitäten gelistet. In der horizontalen Achse stehen Personen, die am Projekt beteiligt sind. Die Schnittpunkte enthalten die Buchstaben R, A, C und I zur Zuweisung der Verantwortlichkeiten gemäß dem RACI-Modell.

Beispiel einer RACI-Matrix zur Klärung von Zuständigkeiten. Die Matrix ordnet Projektaktivitäten (Zeilen) den beteiligten Personen (Spalten) zu und definiert eindeutig, wer die Durchführung verantwortet (R), wer rechenschaftspflichtig ist (A), wer beratend unterstützt (C) und wer informiert wird (I).

Historie: Vom LRC zur modernen RAM

Die RACI-Matrix ist kein neues Konzept. Sie ist die bekannteste Form der Responsibility Assignment Matrix (RAM). Ihre Wurzeln reichen bis in die 1950er Jahre zurück, wo sie unter dem Namen Linear Responsibility Chart (LRC) entwickelt wurde, um komplexe industrielle Abläufe zu strukturieren.

Warum die RACI-Matrix den Projektstrukturplan ergänzt

Während der Projektstrukturplan festlegt, was getan werden muss (Arbeitspakete), legt die RACI-Matrix fest, wer dafür zuständig ist. In der Praxis werden die Zeilen der Matrix direkt aus den Arbeitspaketen des PSP gebildet. In den Spalten stehen die Teammitglieder oder Abteilungen. Diese Verknüpfung stellt sicher, dass keine Aufgabe „ins Leere läuft“.

In 7 Schritten zur fertigen RACI-Matrix

  1. Darstellungsform wählen: Excel-Vorlage, PowerPoint, Whiteboard oder spezielle Projektmanagement-Software nutzen.
  2. Aufgaben identifizieren: Arbeitspakete direkt aus dem Projektstrukturplan übernehmen und auf der X-Achse auflisten.
  3. Rollen/Beteiligte festlegen: Projektrollen oder Projektmitarbeiter, die für RACI in Betracht kommen, auf der Y-Achse eintragen.
  4. Matrix-Entwurf erstellen: R, A, C und I den Schnittpunkten zuweisen.
  5. Entwurf abstimmung und Verantwortlichkeit festlegen: Den Entwurf mit dem Team besprechen (Wichtig für die Akzeptanz!) und Verantwortlichen für Pflege der RACI-Matrix bestimmen.
  6. Finalisieren: Eventuelle Konflikte (z.B. zwei „A“s) lösen und Zustimmung zur RACI-Matrix von allen relevanten Stakeholdern einholen.
  7. Aktualisierung: Die Matrix bei personellen Änderungen oder neuen Aufgaben anpassen.

Die 4 goldenen Regeln für eine erfolgreiche Matrix

Damit die RACI-Matrix nicht zum bürokratischen Hindernis wird, sollten Projektleiter diese Regeln beachten:

Regel 1: Nur ein „A“ pro Zeile

Verantwortung kann man nicht teilen, sonst fühlt sich am Ende niemand zuständig. Mathematisch ausgedrückt gilt für jede Aufgabe innerhalb der Matrix:

AAufgabe =1

Das bedeutet: Es muss zwingend ein Verantwortlicher definiert sein, aber es darf niemals mehr als einer sein.

Regel 2: Angemessene Anzahl an „C“s

Zu viele Berater führen zu „Analysis Paralysis“ und verzögern das Projekt.

Regel 3: Bottlenecks vermeiden

Prüfen Sie die Spalten. Hat eine Person zu viele „R“s oder „A“s? Dann droht sie zum Flaschenhals zu werden.

Regel 4: Transparenz

Die Matrix muss für alle Beteiligten jederzeit einsehbar sein.

RACI und agil – ein Widerspruch?

Im agilen Projektmanagement wird die RACI-Matrix oft abgelehnt, weil z.B. laut Scrum Guide das Team als Ganzes die Verantwortung für die Projektergebnisse trägt.

Wenn ein Team aus 3 bis 9 Personen besteht, mag das auch möglich sein. Je mehr Abhängigkeiten zwischen Teams und Aufgaben bestehen und je mehr externe Stakeholder involviert sind, desto schwieriger wird es für die Beteiligten, immer für alles verantwortlich zu sein. Daher gibt es auch unter den agilen Praktikern Befürworter der RACI-Matrix, die einräumen, dass es durchaus sinnvoll ist, Personen zu haben, die „A und/oder R“ sind. Außerdem: An den Schnittstellen nach außen (zu Fachabteilungen, Management, externen Lieferanten) ist eine RACI-Matrix eine wertvolle Brücke, um Erwartungen zu klären.

Entscheidend ist – nicht nur – im agilen Kontext, ob eine RACI-Matrix Top-Down verordnet oder vom Team gemeinsam erarbeitet wird.

Verantwortlichkeit systemseitig leben

Papierleichen

Die RACI-Matrix existiert nur als Excel-Tabelle und wird im Alltag ignoriert.

In objectiF RPM werden Rollen und Rechte direkt im System hinterlegt. Nur Personen mit entsprechenden Rollen und Rechten können spezielle Workflow-Schritte durchführen.

Informations-Overload

Mitarbeiter werden mit E-Mails überflutet, obwohl sie nur „Informed“ sind.

In objectiF RPM erhalten Personen gezielt Benachrichtigungen, die ihrer Rolle und ihren Rechten entsprechen – und nur diese.

Unklare Aufgabenverteilung:

Im PSP sind Aufgaben definiert, aber niemand fühlt sich für die Umsetzung zuständig.

Unser Tool verknüpft den PSP direkt mit dem Ressourcenmanagement. Jedes Arbeitspaket bekommt automatisch seine RACI-Attribute, sodass jeder Mitarbeiter seine persönliche To-do-Liste sieht.

Logos von objectiF RPM und objectiF RM

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Häufige Fragen

Kann eine Person gleichzeitig R und A sein?

Ja, das ist in kleineren Projekten sogar häufig der Fall. Eine Person erledigt die Aufgabe (R) und trägt auch die volle Verantwortung für das Ergebnis (A).

Was tun, wenn sich niemand für ein „A“ findet?

Das ist ein Warnsignal für das Risikomanagement. Ohne ein „A“ wird die Aufgabe im Krisenfall scheitern. Hier muss die Projektleitung oder der Sponsor eine klare Zuweisung vornehmen.

Was passiert bei Konflikten in der RACI-Zuweisung?

Konflikte entstehen meist durch „Kompetenzgerangel“ (zu viele A oder R) oder „Verantwortungsflucht“ (kein A). Die Lösung erfolgt in drei Schritten:

  1. Analyse: Überprüfen Sie, ob die Aufgabe zu komplex ist und geteilt werden muss.
  2. Moderation: Der Projektleiter moderiert eine Klärungssitzung, um Rollenmissverständnisse auszuräumen.
  3. Entscheidung: Findet das Team keine Einigung, muss die nächsthöhere Instanz (Sponsor oder Lenkungsausschuss) das „A“ verbindlich zuweisen.

Merke: Ein Konflikt in der Matrix ist immer besser als ein ungeklärter Konflikt während der Projektdurchführung.

Was ist der Unterschied zu RASCI oder DACI?

Dies sind Erweiterungen. RASCI fügt ein „S“ für Support (Unterstützung) hinzu. DACI nutzt Driver, Approver, Contributor und Informed. Für die meisten Projekte ist das klassische RACI-Modell jedoch der „Goldstandard“ an Einfachheit.

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