Über die Wolken – AWS, Azure, GCP und Co.

von | 03.02.2020 | Allgemein

Der Cloud-Monitor vom 18. Juni 2019 zeigte: Nahezu drei Viertel der befragten 553 deutschen Unternehmen gaben im Rahmen einer gemeinsamen Studie von Bitkom Research und KPMG an, Cloud Computing zu nutzen. Vermutlich sind die Zahlen im letzten halben Jahr noch weiter angestiegen. Trotz anhaltender Sicherheitsbedenken bei manchen Firmen, entwickelt sich die Cloud-Nutzung rasant und gilt als „Motor der Digitalisierung“[1].

Als Benefits nannten Public-Cloud-Anwender unter anderem:

  • Schnelle Skalierbarkeit der IT-Leistungen
  • Verbesserung beim ortsunabhängigen Zugriff auf die IT
  • Verbesserung der eigenen Datensicherheit
  • Senkung der IT-Kosten

Der umkämpfte Cloud-Markt

Viele Nutzer sind nicht mehr nur in einer Cloud Dimension unterwegs, sondern haben sich schon eine Hybrid-Cloud (Kombination von Private und Public Cloud) oder Multi-Cloud (Kombination verschiedener Public Cloud Anbieter plus evtl. Private Cloud) Infrastruktur geschaffen. Das wird sich bestimmt auch so weiterentwickeln, da die großen Private-Cloud Anbieter Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud sich einen harten Wettkampf liefern und mit spezifischen Diensten zu punkten versuchen.

Unangefochten an der Spitze steht nach wie vor der erfahrenste Anbieter: AWS. Seit 2006 bietet AWS bereits mit der Elastic Compute Cloud (EC2) die Möglichkeit, Cloud Server anzumieten. Microsoft Azure kam damit erst 4 Jahre später auf den Markt und die Google Cloud Platform (GCP) startete mit der Google App Engine 2008. Doch der Vorsprung, den AWS hat, wird nicht ewig zu halten sein. Seit im Oktober letzten Jahres dann auch noch ein 10 Milliarden Dollar schwerer Auftrag des US-Verteidigungsministeriums mit dem schönen Namen JEDI an Microsoft statt an AWS ging – selbst wenn der Grund dafür der persönliche Sternenkrieg zwischen Donald Trump und Jeff Bezos war[2] – scheint AWS nicht mehr unumgänglich zu sein.

Folgende Prognose von Jeffries zeigt, dass die Konkurrenz für AWS immer stärker wird – und dabei werden Anbieter wie IBM, Oracle oder Alibaba noch gar nicht berücksichtigt.

Marktanteile Cloud

Die Tendenz zum Cloud-Sourcing zeigt auch die aktuelle Lünendonk-Studie “IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge des digitalen Wandels”, die am 14. Januar 2020 veröffentlicht wurde. Unter Punkt eins der wichtigsten Ergebnisse steht darin:

Nur 10 Prozent der befragten CIOs und IT-Manager beziehen neue Softwarelösungen weiter nach dem klassischen Lizenzmodell (On-Premise). Alle übrigen befragten IT-Entscheider haben eine klare Cloud-Strategie.

microTOOLs in der Cloud

Diesen Trend zur Cloud-Lösung spüren auch wir. Deshalb bieten wir unsere Software objectiF RPM und objectiF RM On-Premise  oder zur Miete in der Cloud an.

Eindeutige Vorteile des Cloud-Betriebs sind:

  • Sie brauchen keine extra Hardware, denn Server, Software und Datenbank befinden sich in der Cloud.
  • Sie haben vollen Überblick und Kontrolle über Ihre Kosten. Plus: die monatlichen Gebühren können als Kosten verbucht werden, anstatt eine Abschreibung für Anschaffungen (AfA) tätigen zu müssen.
  • Sie können noch am gleichen Tag ein neues Projekt starten, indem Sie anfangs mit temporären Lizenzen arbeiten, die Sie später in gemietete Concurrent-User-Lizenzen umwandeln.

Wenn Sie unsere Software bei AWS laufen lassen möchten, erhalten Sie von uns dafür ein vorbereitetes Amazon Machine Image zum Starten einer Instanz, das Folgendes enthält:

  • einen konfigurierten Web-Service
  • eine eingerichtete Datenbank mit verschiedenen Templates für agile Projekte
  • einen eingerichteten objectiF RPM Server
  • temporäre Lizenzen für den sofortigen Start
  • lokale Zertifikate

Mit der Elastic Compute Cloud (EC2) bekommt jeder Kunde eine eigene Virtual Private Cloud (VPC), das heißt Server und Systeme sind isoliert von denen anderer Kunden. Das Amazon Machine Image steht voreingestellt am Standort Frankfurt/Main zur Verfügung, könnte aber auch an anderen Standorten bereitgestellt werden. Je nachdem, was z.B. für die Einhaltung der DSGVO wünschenswert ist. Ein weiterer Vorteil ist sicherlich, dass die Cloud „elastisch“ ist und so jederzeit in der Größe angepasst werden kann. Wenn Sie bereits ein Konto bei AWS haben, können Sie quasi sofort loslegen.

Microsoft Azure nutzen einige unserer Kunden genauso erfolgreich. Die Einrichtung ist ähnlich leicht wie bei AWS und die Kapazität der virtuellen Server ist ebenfalls skalierbar. Laut Microsoft ist Azure für SQL Server sogar 5-mal preiswerter als AWS [4], wenn man migriert und die Azure SQL Database nutzt. So lautet jedenfalls die Werbebotschaft, die wir hier nur ungefiltert wiedergeben.

Generell können Sie unsere Software aber auch in anderen Public und Private Clouds laufen lassen. Wenn Sie Fragen dazu haben, ist Ihnen unser Support gerne behilflich.

Cloud mit Bodenkontakt

Zum Trend gibt es aber auch schon wieder eine Gegenbewegung, weil die Kosten für die Clouds langfristig dann doch höher sind als angenommen. Für die Studie „Enterprise Cloud Index 2019“ [5] von Nutanix wurden 2.650 IT-Entscheider in 24 Ländern befragt, wo sie ihre Applikationen heute betreiben und wo sie das künftig vorhaben. 76 Prozent der deutschen Befragten berichteten, dass sie in öffentlichen Clouds gehostete Apps wieder ins Rechenzentrum zurückholen wollen. Warum? Weil zum einen die DSGVO viele Forderungen stellt und zum anderen Kosten aufgelaufen sind, die wieder reduziert werden sollen. Diese Kostenexplosion hat ihre Ursachen in wenig transparenten Preismodellen und darin, dass etwa 35 Prozent der Cloud-Ausgaben von Unternehmen gar nicht in Anspruch genommen wurden. Instanzen werden oftmals überdimensioniert gebucht, Workloads werden nicht konstant optimiert und auch der sogenannte der “Cloud-Sprawl” macht sich breit. Damit ist gemeint, dass zu viel Cloud-Speicher von vielen verschiedenen Teams einfach gebucht und dann gar nicht entsprechend dauerhaft genutzt wird. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass mittlerweile viele Unternehmen eine Hybrid-Cloud Infrastruktur favorisieren.

 

Quellen:
[1] https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Cloud-Nutzung-auf-Rekordniveau-bei-Unternehmen
[2] https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/klage-gegen-milliardenauftrag-fuer-microsoft-amazon-kritisiert-politische-einflussnahme-bei-vergabe/25261008.html
[4] https://azure.microsoft.com/de-de/migration/sql-server/
[5] https://www.nutanix.com/enterprise-cloud-index