Zwei Welten verbinden: Die Schnittstelle zwischen Requirements Engineering und Jira

von | 22.10.2018 | Requirements Engineering

Am Requirements Engineering hängt eine Vielzahl von Aufgaben: Sie müssen Stakeholder, Bedarfe und Ziele analysieren, davon Anforderungen ableiten und auf solch ein Niveau herunterbrechen, dass sich diese in Form von User Stories umsetzen lassen. Für die Bearbeitung dieser User Stories ist in der Entwicklungsbranche Jira als Software verbreitet – ein Vorgangs- und Projektverfolgungstool von Atlassian [1]. Wenn es jedoch um die Arbeit davor geht, d. h. die Ermittlung und Strukturierung von Anforderungen, brauchen Sie mehr Unterstützung. Vor allem, wenn Sie nach Methode arbeiten, wie z. B. gemäß IREB, dem International Requirements Engineering Board. Dafür eignet sich das Requirements Engineering Tool objectiF RM. Weil es eine Schnittstelle zu Jira bereitstellt, lässt sich die anschließende Entwicklungsarbeit leicht ankoppeln und beide Tools sind perfekt aufeinander abgestimmt. Wie das funktioniert, möchte ich heute vorstellen.

Requirements Engineering mit Traceability bis zu den Stakeholdern

objectiF RM ist sowohl ein Tool für das klassische als auch für das agile Requirements Engineering. Mit der klassischen Anforderungsermittlung meine ich, Anforderungen zu ermitteln, zu strukturieren, in einem Pflichtenheft zu dokumentieren und dann der Entwicklungsabteilung zu übergeben

Agiles Requirements Engineering orientiert sich an den agilen Prinzipien: Iterativ werden Anforderungen ermittelt, in die Form von User Stories “geslict” (= klein geschnitten), nach Geschäftswert priorisiert und an die Entwicklung weitergegeben. Mit Hilfe von Backlogs behalten Sie den Überblick über die Anforderungen und deren Prioritäten. In diesem Beitrag möchte ich mich auf das agile Requirements Engineering konzentrieren.

Gemäß IREB gehört dazu, das System und den Kontext abzugrenzen sowie die Anforderungen zu ermitteln, zu dokumentieren, zu prüfen und abzustimmen sowie zu verwalten [2]. Diese Aufgaben lassen sich alle mit Hilfe von objectiF RM bewältigen.

Für die Abgrenzung des Systems und Systemkontexts bietet objectiF RM das Systemkontextdiagramm. Mit Hilfe von grafischen Mitteln ist es dort möglich, das System und die verbundenen Akteure, Regeln, externen Systeme sowie Informationsflüsse abzubilden.

 

Kontextdiagramm - Beispiel

Um die Stakeholder und ihre Ziele sowie die Beziehungen zueinander zu identifizieren, lässt sich das Zieldiagramm einsetzen. Darauf basierend können Sie Use Cases bzw. Anwendungsfälle ableiten und mit Akteuren verbinden. Sie schaffen damit eine solide Basis, um Anforderungen zu ermitteln.

Navigation im Use Case Diagramm

Anschließend heißt es, genau solche in Form von groben Features abzuleiten. Diese verfeinern Sie in Epics und anschließend in User Stories. Zwischen all diesen Elementen entstehen Beziehungen, die objectiF RM zuverlässig verwaltet. Traceability von den Stakeholdern bis zu den User Stories ist jederzeit sichergestellt.

Bei der Erfassung von User Stories müssen Sie nun Vorkehrungen treffen, damit diese sich später nach Jira übertragen lassen. Dazu eine kleine Anleitung:

Die Schnittstelle zu Jira in objectiF RM einrichten

In Jira arbeiten Sie mit speziellen Issue-Typen; in einem Scrum-Projekt sind das standardmäßig Epics, Stories und Bugs. Um Anforderungen von objectiF RM nach Jira zu übertragen, müssen diese den Typen in Jira entsprechen. Das geht mit Hilfe von speziellen Stereotypen, die Sie erstellen. Außerdem müssen Sie die Jira-Worfklows für die Bearbeitung der Issues ebenfalls in objectiF RM abbilden. Hierfür lassen sich Zustandsdiagramme einsetzen. Um Anforderungen von objectiF RM nach Jira zu übertragen, gehen Sie insgesamt in drei Schritten vor:

1. Legen Sie die Stereotypen der Jira-Issues in objectiF RM an.

Für ein Standard-Jira-Projekt nach Scrum sind die Stereotypen in objectiF RM wie folgt:

Stereotypen für objectiF RM und Jira

JIRA_Story

JIRA _Bug

JIRA _Epic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Basierend auf diesen Stereotypen erstellen Sie die User Stories, die Sie nach Jira übertragen wollen.

2. Bilden Sie die gleichen Workflows in objectiF RM ab, die Sie für die Bearbeitung der Issues in Jira nutzen.

Für ein Jira-Projekt mit dem Standard-Workflow To Do – In Progress – Done sieht das wie folgt in objectiF RM aus:

Schnittstelle objectiF RM Jira

Nachdem Sie dort die Anmeldedaten hinterlegt haben und die Jira-Projekte nach objectiF RM geladen haben, kann es schon losgehen.

User Stories erstellen und prüfen

Zuvor aber noch ein kleiner Hinweis zur Erfassung der User Stories bzw. Bugs und Epics in objectiF RM. Die Schnittstelle zu Jira sorgt dafür, dass bestimmte Eigenschaften der Jira-Issues nach objectiF RM und umgekehrt übertragen werden, wie Name, Beschreibung, Priorität und Ersteller(in) einer User Story. Sie können ein eigenes Erfassungsschema in Form eines Formulars in objectiF RM definieren, um diese Eigenschaften darzustellen bzw. zu bearbeiten, sodass Änderungen an den Werten nach Jira übertragen werden. Solch ein Formular sieht beispielsweise wie folgt aus.

objectiF RM User Story im Jira Format

Das gesamte Backlog mit Beispiel-User-Stories und auch einem Epic sieht in objectiF RM übrigens so aus:

Jira User Stories im objectiF RM Backlog

Laut IREB gehört auch die Prüfung und Abstimmung der Anforderungen zum Requirements Engineering. Dafür erhalten Sie einen vordefinierten Review-Workflow in objectiF RM als Unterstützung. Sie und die Stakeholder können ganz einfach Kommentare hinterlassen und Änderungen abnehmen oder ablehnen. Dadurch stellen Sie eine hohe Qualität der Anforderungen sicher.

Anforderungen nach Jira übertragen und Status überwachen

Übertragen Sie nun Ihre Anforderungen nach Jira:

Synchronisation von objectiF RM und Jira Projekt

Ein Blick in das Jira-System versichert Ihnen, dass alle User Stories erfolgreich übertragen worden sind:

Jira Backlog mit User Stories

Die Arbeit kann in Jira weitergehen und Sie lehnen sich entspannt zurück.

Nun gut, fast.

Denn wenn Sie z. B. den Fortschritt der Entwicklung kontrollieren möchten, können Sie die Anforderungen von Jira wieder nach objectiF RM importieren und sich ein Dashboard erstellen, das Ihnen die aktuellen Zustände der User Stories anzeigt.

Das Tool kann auch automatisch eine Synchronisation durchführen. Dafür richten Sie einfach einen Task ein, der beispielsweise jeden Tag Jira-Issues nach objectiF RM importiert. Außerdem ist es möglich, Testdurchläufe für realisierte Anforderungen in objectiF RM zu planen und damit einen Testmanagement-Prozess an die Entwicklung anzuschließen.

Fazit

Requirements Engineering umfasst zahlreiche Aufgaben, die Sie nur mit einem speziellen Tool wie objectiF RM durchführen können. Denn dadurch stellen Sie die Traceability von den Stakeholdern, zu den Zielen, Anwendungsfällen und Features sowie User Stories sicher. Auch die Qualität der Anforderungen wird dadurch gewährleistet. Um den Anschluss an die Außenwelt, insbesondere an die Welt der Software- und Systementwicklung, zu gewährleisten, bietet das Tool eine Schnittstelle zu Jira. So können Sie perfekt vorgehen, wenn ein methodisch fundiertes Requirements Engineering notwendig ist und die Anforderungen an ein externes Entwicklungsteam weitergegeben werden müssen. Probieren Sie objectiF RM gleich selbst aus!

 

Hinweise:

[1]: https://de.atlassian.com/software/jira

[2]:  Pohl, K/Rupp C, (2011): Basiswissen Requirements Engineering. Aus- und Weiterbildung nach IREB-Standard zum Certified Professional for Requirements Engineering Foundation Level. Heidelberg: dpunkt.